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Nach dem Krankenhausaufenthalt: Wie geht es weiter? Die Thüringer Krankenhäuser organisieren mit ihren Sozialdiensten die Weiterbehandlung und -versorgung ihrer Patienten nach der Entlassung
Neuer Rahmenvertrag tritt am 1. Oktober 2017 in Kraft

Die Liegezeiten in Krankenhäusern sind heute kürzer als noch vor einigen Jahren. Damit verkürzt sich für viele Patienten auch die Zeit, um sich auf die Entlassung und die Versorgung im Anschluss daran vorzubereiten. Die Sozialdienste der Krankenhäuser unterstützen Patienten und ihre Angehörigen dabei schon seit vielen Jahren in vielfältiger Weise mit einem sogenannten Entlassmanagement. Ab 1. Oktober tritt ein neuer Rahmenvertrag dazu bundesweit in Kraft, der die Möglichkeiten der Krankenhäuser ausweitet.

Nach einem Klinikaufenthalt ist die Situation für viele Patienten häufig eine völlig andere als zuvor. In den ersten Wochen, manchmal aber auch dauerhaft, ist das Alltagsleben ohne Unterstützung nur schwer oder gar nicht mehr zu bewältigen. Daher schließen sich oft weitere therapeutische Behandlungen oder andere Versorgungen wie ambulante Pflege, Rehabilitation zu Hause oder auch Aufenthalte in Reha-Kliniken, geriatrischen Kliniken oder in Pflegeeinrichtungen an. Patienten und Angehörige wären mit den vielen medizinischen und sozialrechtlichen Fragestellungen und mit der Kontaktaufnahme zu unterschiedlichsten Einrichtungen wie Pflegediensten, Therapiepraxen, Reha-Kliniken, Krankenkassen, Sozial- und Versorgungsämtern oder Beratungsstellen oft überfordert. Die Krankenhäuser haben in den letzten Jahren das Personal ihrer Sozialdienste aufgestockt und schrittweise ein Entlassmanagement aufgebaut, das die bestmögliche Versorgung und Weiterbehandlung nach der Entlassung in die Wege leitet. Nun treten ab 1. Oktober die Bestimmungen eines neuen Rahmenvertrags zum Entlassmanagement bundesweit in Kraft, abgeschlossen zwischen den Kranken- und Pflegekassen, den Kassenärzten und den Krankenhäusern. „Jeder Patient hat Anspruch darauf, dass die Entlassung aus dem Krankenhaus speziell für ihn bestmöglich vorbereitet wird“, erläutert Dr. Gundula Werner, Vorstandsvorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen. „Die Sozialdienste der Thüringer Krankenhäuser bieten bereits umfassende und vielfältige Leistungen beim Entlassmanagement an; diese können wir nun weiter ausbauen.“

 

 

Typische Aufgaben des Entlassmanagements

Auch die ambulante Versorgung zu Hause, etwa durch einen Pflegedienst, Haushaltshilfen, Essen auf Rädern usw., oder die Versorgung in einer Pflegeeinrichtung werden vom Entlassmanagement des Krankenhauses organisiert und die Finanzierung der erforderlichen Hilfen bei der zuständigen Krankenversicherung beantragt. Die Sozialdienste bieten außerdem sozialrechtliche Beratungen zu Fragen der Kranken- und Pflegeversicherung, stellen die erforderlichen Anträge und vermitteln soziale und psychosoziale Hilfen. Dazu zählen etwa die Einleitung einer gesetzlichen Betreuung im Bedarfsfall, die Versorgung betreuungsbedürftiger Angehöriger oder die Kontaktaufnahme zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Pflegestützpunkten. Die neuen Regelungen des Rahmenvertrags erweitern die Möglichkeiten der Krankenhäuser: So können Krankenhausärzte nun in bestimmten Fällen auch Rezepte für Medikamente ausstellen. Dies gilt auch für medizinische Hilfsmittel, die nach dem Krankenhausaufenthalt benötigt werden. Weiterhin kann häusliche Krankenpflege für maximal sieben Tage verschrieben und die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden. Das war bisher nur den niedergelassenen Ärzten, die für die Weiterbehandlung der Patienten zuständig sind, vorbehalten.

 

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