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Neu- und Frühgeborene in Thüringen bestens versorgt
Krankenhausspiegel Thüringen veröffentlicht zusätzlich zur Geburtshilfe jetzt auch Qualitätsergebnisse der Kliniken in der Neonatologie

(Erfurt, 26.04.2017) Thüringer Eltern, die ein Kind erwarten, können beruhigt sein: Wie der neu aktualisierte Krankenhausspiegel Thüringen zeigt, erfolgt die Versorgung von Neugeborenen in den Geburtskliniken des Landes auf hohem Niveau. Thüringen weist bei vielen Qualitätskriterien, die regelmäßig in der Geburtshilfe gemessen werden, bessere Ergebnisse auf als der Bundesdurchschnitt. Auch für Frühgeborene und kranke Neugeborene ist die klinische Infrastruktur in Thüringen flächendeckend hervorragend ausgebaut. Dies zeigt das Behandlungsgebiet "Neonatologie", das jetzt neu in den Krankenhausspiegel aufgenommen wurde.

„Werdende Eltern in unserem Land können sich über sehr gute Ergebnisse der Thüringer Krankenhäuser in der Geburtshilfe freuen“, stellt Dipl.-Med. Ulrich Köhler, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus Greiz, fest. „Bei vielen zentralen Qualitätskriterien, die jährlich gemessen und verglichen werden, schneiden wir Thüringer besser ab als das übrige Deutschland, und das zum Teil mit großem Abstand.“

 

Großen Wert legen die Thüringer Geburtskliniken zum Beispiel auf den Infektionsschutz. So erhalten nahezu alle Mütter mit vorzeitigem Blasensprung (99,1 Prozent) zum Schutz vor Infektionen schnellstens Antibiotika, bundesweit geschieht dies mit 91,1 Prozent deutlich seltener. Auch bei Kaiserschnitten werden in Thüringen häufiger vorbeugende Maßnahmen gegen Infektionen durchgeführt als im Bundesdurchschnitt. Ein anderes wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Verletzungsrate bei entbindenden Müttern: Nur bei 0,8 Prozent aller Geburten kommt es in Thüringer Geburtskliniken zu einem Dammriss, deutschlandweit hingegen ist dies fast doppelt so häufig der Fall (1,4 Prozent). Besonders erfreulich: In ganz Thüringen ist im Jahr 2015 keine einzige Mutter bei der Geburt verstorben, bundesweit gab es 20 Todesfälle.

 

Alle diese und noch weitere Ergebnisse aus dem Behandlungsgebiet Geburtshilfe sind im Krankenhausspiegel Thüringen nachzulesen, der jetzt mit den neuesten Zahlen aktualisiert wurde. Leicht verständliche Schaubilder zeigen die Qualitätsergebnisse jeder Geburtsklinik einzeln sowie im Vergleich zum Thüringer Landes- und zum Bundesdurchschnitt. Werdende Eltern können sich so ein objektives Bild über die Behandlungsqualität ihrer Wunschklinik machen. In den 25 Thüringer Geburtskliniken werden übrigens jedes Jahr mehr Kinder geboren: Die Zahl stieg von 2013 bis 2015 von 16.000 auf 17.000. Und die Babys kommen hierzulande häufiger auf natürliche Weise zur Welt: Die Kaiserschnitt-Rate ist in Thüringen rückläufig und liegt mit einem Anteil von 26,9 Prozent an allen Geburten deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (31,4 Prozent).

 

Neu: Behandlungsgebiet Neonatologie

Neu in den Krankenhausspiegel aufgenommen wurde das Behandlungsgebiet Neonatologie (von lateinisch „neonatus“ = neugeboren). Die medizinische Behandlung und Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Hochleistungsmedizin entwickelt und gewaltige Fortschritte gemacht. „Während vor 50 Jahren noch 90 Prozent der stark untergewichtigen Frühgeborenen verstarben, sind es heute nur noch weniger als fünf Prozent“, so Robert Kästner, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ in Saalfeld. „Die Grenze der Lebensfähigkeit beginnt zurzeit etwa bei 23 Schwangerschaftswochen. Das war vor 20 Jahren noch undenkbar.“ Insgesamt wurden im Jahr 2015 auf den Frühgeborenen-Intensivstationen in Thüringen rund 2.700 Babys neonatologisch behandelt. Bei 17.000 Geburten in Thüringen im Jahr 2015 entspricht dies einem Anteil von knapp 16 Prozent der Neugeborenen.

 

Perinatalzentren für Risikogeburten

In Thüringen können Hochrisiko- und Frühgeburten flächendeckend optimal versorgt werden. An acht Geburtskliniken im Land gibt es so genannte Perinatalzentren (von griechisch „peri“ = um, herum, und lateinisch „natus“ = geboren), an weiteren neun Häusern perinatale Schwerpunkte. Die geburtshilfliche Versorgung in Thüringen ist so organisiert, dass nahezu alle Thüringer Neugeborene mit geringem Gewicht und Reifegrad in diesen 17 Einrichtungen zur Welt kommen. „In den Perinatalzentren arbeiten spezialisierte Abteilungen wie die Geburtshilfe, die Neugeborenen-Intensivmedizin, die Kinderchirurgie und die Gynäkologie im selben Gebäude organisatorisch eng zusammen, um die optimale Versorgung von Mutter und Kind bei Früh- und Risikogeburten sicherzustellen“, erläutert Chefarzt Kästner. „So ist etwa der Kreißsaal räumlich eng mit dem Operationssaal und der neonatologischen Intensivstation verbunden, damit Neugeborene, die noch sehr klein oder in einem kritischen Gesundheitszustand sind, ohne Transport und Zeitverzug von Spezialisten behandelt und überwacht werden können.“ Perinatalzentren und Geburtskliniken unterteilen sich in vier Spezialisierungsstufen (siehe Anhang). Auch viele Geburtskliniken ohne Perinatalzentrum oder perinatalen Schwerpunkt sind auf Frühgeborene ab einem bestimmten Gewicht und Reifegrad vorbereitet und können diese auf sehr hohem Niveau versorgen.

 

Thüringen besser als der Bundesdurchschnitt

Wie die jetzt veröffentlichten Daten im Krankenhausspiegel Thüringen zeigen, sind die Thüringer Krankenhäuser bei der Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen in mehreren Bereichen besser als der Bundesdurchschnitt. So können deutlich häufiger Hirnblutungen vermieden werden, die für Babys unter 1.500 Gramm Geburtsgewicht ein nicht unerhebliches Risiko darstellen und schwere geistige Behinderungen zur Folge haben können. So liegt die Rate an Frühgeborenen, die dennoch Hirnblutungen erleiden, in Thüringen mit 3,1 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt (4,0 Prozent) und auch deutlich unter dem Wert, der statistisch für Thüringen vorausberechnet wurde (4,5 Prozent).

 

Ein weiteres Risiko für sehr kleine Frühgeborene ist die Periventrikuläre Leukomalazie, eine frühzeitig nur schwer zu erkennende Schädigung der weißen Hirnsubstanz, die zu Bewegungsstörungen der Arme und Beine, zu Spastiken, Epilepsie und zu geistigen Beeinträchtigungen führen kann. Diese Komplikation konnte bei fast allen Frühgeborenen vermieden werden und kam so 2015 bei nur 1,06 Prozent der in Thüringen behandelten Frühgeborenen vor, bundesweit bei 1,49 Prozent.

 

Weniger Infektionen

Frühgeborene, insbesondere wenn sie künstlich beatmet oder ernährt werden müssen, sind überdurchschnittlich infektionsgefährdet, da ihr Immunsystem kaum ausgebildet ist. Wenn Magensonden, Katheter oder Beatmungsschläuche in den Körper eingeführt werden müssen, ist ein Infektionsrisiko trotz strengster Hygienevorschriften nie vollständig auszuschließen. Je länger Frühgeborene auf einer neonatologischen Intensivstation behandelt werden, desto größer ist die Gefahr, dass sie sich im Laufe dieser Zeit infizieren. In Thüringen kam es mit 0,76 Prozent pro 1.000 Behandlungstage seltener zu Infektionen als bundesweit (0,91 Prozent) und auch weniger, als statistisch prognostiziert worden war (0,96 Prozent).

 

Krankenhausspiegel mit neuesten Qualitätsergebnissen

„Zusätzlich zur neuen Rubrik Neonatologie präsentiert der Krankenhausspiegel Thüringen frisch aktualisierte Qualitätsergebnisse aus insgesamt 16 besonders häufigen oder komplizierten Behandlungsgebieten wie Einsatz eines Herzschrittmachers, Hüft- und Kniegelenkersatz oder auch gynäkologische Operationen in leicht verständlichen Schaubildern“, betont Dr. Gundula Werner, Vorstandsvorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen. Herzklappen-Operationen werden in diesem Jahr erstmals getrennt nach offen-chirurgischen und minimal-invasiven Operationen in der neuen Rubrik Herz-Chirurgie dargestellt, die außerdem Bypass- und kombinierte Bypass- und Herzklappen-Operationen umfasst.

 

Zahlreiche weitere Informationen

Ergänzt werden die Qualitätsergebnisse durch Erläuterungstexte zu den Erkrankungen sowie den Diagnose- und Therapiemöglichkeiten des jeweiligen Behandlungsgebiets und durch weitere Informationen, etwa zur Versorgung von Schwerverletzten oder zur Krankenhaus-Hygiene. Ausführliche Porträts aller Krankenhäuser mit aktuellen Kontaktdaten runden das Angebot des Krankenhausspiegels Thüringen ab. Den Patienten bietet der Krankenhausspiegel Thüringen umfassende Informationsmöglichkeiten über die Krankenhäuser des Freistaats und ihre Leistungen.

 

 

Weitere Informationen unter: www.krankenhausspiegel-thueringen.de

 

Pressekontakt:

Geschäftsstelle Krankenhausspiegel Thüringen

Frank von Spee

Tel.: 0361 – 558 30 15

Mobil: 0171 – 213 16 78

E-Mail: vonspee@krankenhausspiegel-thueringen.de

 

 

 

Perinatalzentren und Geburtskliniken in Thüringen

 

Perinatalzentren Level I bilden die höchste Versorgungsstufe. Nur hier sollen, möglichst schon vor der Geburt, Mütter eingeliefert werden, deren Kind voraussichtlich vor der 29. Schwangerschaftswoche oder mit einem Gewicht unter 1.250 Gramm geboren wird. Die ärztliche Leitung und ihre Stellvertreter in Level-I-Zentren müssen die Qualifikation „Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin“ oder „Neonatologie“ nachweisen sowie mindestens 40 Prozent des Kinderkrankenpflegepersonals die Zusatzqualifikation „Pädiatrische Intensivpflege“ besitzen. Entbindungsbereich, Operationssaal und neonatologische Intensivstation müssen in miteinander verbundenen Gebäuden untergebracht sein, damit keine langen Transportwege nötig sind.

Krankenhäuser, die am Krankenhausspiegel Thüringen teilnehmen, mit Perinatalzentrum Level I sind das Universitätsklinikum Jena und das SRH Zentralklinikum Suhl.

 

Perinatalzentren Level II sind vorgesehen für die Versorgung von Neugeborenen ab einem voraussichtlichen Geburtsgewicht von über 1.250 Gramm bzw. einer Entbindung oberhalb von 29 Schwangerschaftswochen. Die ärztliche Leitung benötigt die Qualifikation „Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin“ oder „Neonatologie“, und mindestens 30 Prozent des Pflegepersonals müssen die Weiterbildung „Pädiatrische Intensivpflege“ absolviert haben. Auch hier gilt die räumliche Nähe zwischen Entbindungsbereich, Operationssaal und neonatologischer Intensivstation.

 

Krankenhäuser, die am Krankenhausspiegel Thüringen teilnehmen, mit Perinatalzentrum Level II sind die Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“, Standort Saalfeld, das St. Georg Klinikum Eisenach, das SRH Wald-Klinikum Gera und das Sophien- und Hufe¬land-Klinikum Weimar.

 

Zentren mit perinatalem Schwerpunkt gibt es in Krankenhäusern, die eine Geburtsklinik mit angebundener Kinderklinik haben. Sie sind für Frühgeborene über 1.500 Gramm oder mit einem Entbindungstermin später als 32 Schwangerschaftswochen vorgesehen.

 

Krankenhäuser, die am Krankenhausspiegel Thüringen teilnehmen, mit perinatalem Schwerpunkt sind das Kreiskrankenhaus Greiz, Klinikum Altenburger Land, die Ilm-Kreis-Kliniken in Arnstadt, das DRK-Manniske-Krankenhaus Bad Frankenhausen und das Klinikum Bad Salzungen.

 

In Geburtskliniken ohne Perinatalzentrum oder perinatalen Schwerpunkt sollten nur Frauen mit einem Entbindungstermin ab der 36. Schwangerschaftswoche ohne zu erwartende Komplikationen ihre Kinder zur Welt bringen. Das sind fast 90 Prozent aller Schwangeren.

 

Geburtskliniken, die am Krankenhausspiegel Thüringen teilnehmen, sind das Katholische Krankenhaus „St. Johann Nepomuk“ Erfurt, das Kreiskrankenhaus Schleiz, das Elisabeth Klinikum Schmalkalden, das SRH Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda sowie die DRK-Krankenhäuser Sömmerda und Sondershausen.

 

Willkommen

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Med Logistica am 17. und 18. Mai im Congress Center Leipzig

Informationsveranstaltung

„Empfehlungen zur Erstellung des Strukturierten Qualitätsberichtes nach § 136 b SGB V“
Für Krankenhausleitung, Projektverantwortliche für den Qualitätsbericht (Qualitätsmanager, Medizin-Controller und interessierte Mitarbeiter) am 06.07.2017 um 10.00 Uhr in der Krankenhausgesellschaft Sachsen e.V.

Informationsveranstaltung "Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V ab 1.10.2017" am 07.06.2017 in Erfurt

Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VSG} ist ab dem 01.01.2012 in § 39 SGB V das Entlassmanagement als spezielle Form des in § 11 Abs. 4 SGB V geregelten Versorgungsmanagements eingeführt worden. Mit dieser Regelung wurde den Krankenhäusern gemäß § 39 Abs. la S. 6 SGB V unter Geltung der Bestimmungen über die vertragsärztliche Versorgung nunmehr auch die Befugnis übertragen, Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel sowie häusliche Krankenpflege und Soziotherapie zu verordnen und Arbeitsunfähigkeit festzustellen. Die Wahrnehmung dieser Verordnungsbefugnis unterliegt vielfältigen gesetzlich und untergesetzlich geregelten Voraussetzungen, welche auch Einschränkungen des Verordnungsrechts beinhalten. Diese Aspekte sollten dem Krankenhaus bewusst sein und werden unter Würdigung der maßgeblichen Rechtsgrundlagen erläutert. Dabei wird unter Darlegung zentraler Rechts- und Verfahrensfragen auch auf die Grundsätze einer Wirtschaftlichkeitsprüfung eingegangen. Darüber hinaus werden die krankenhausorganisatorischen Aspekte näher beleuchtet. Datum: Mittwoch, 07.06.2017, 10.00 - 16:00 Uhr Ort: RADISSON BLU HOTEL, Juri Gagarin Ring, 127, 99084 Erfurt Anmeldeschluss ist der 05.05.2017