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Thüringer Krankenhäuser setzen Hygienevorgaben um
Fehlerhafte Informationen im ARD-Magazin "Plusminus" / Stellungnahme der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen

(Erfurt 11.01.2017) Die vom ARD Magazin Plusminus verwendeten Daten zum Einsatz von Hygienefachpersonal in deutschen Krankenhäusern sind überholt. "Plusminus" bezieht sich in seiner Berichterstattung auf Datenmaterial aus dem Jahr 2014. Die personelle Ausstattung ist heute bereits deutlich besser. Zudem werden Krankenhäuser mangelhaft bewertet, weil sie 2014 im Qualitätsbericht nicht gemeldet haben, ob sie einen Hygienebeauftragten in der Pflege haben. Dabei übersieht Plusminus bei dieser Klassifizierung, dass die Information im Qualitätsbericht nicht notwendig war. Die tatsächliche Quote auch bei den Hygienefachkräften in der Pflege wird somit von "Plusminus" nicht richtig erfasst.

Nach Darstellung des ARD-Magazins sollen im Freistaat Thüringen 42 Prozent der von der Richtlinie des Robert-Koch-Instituts vorgeschriebenen Hygienepersonalstellen im Jahr 2014 nicht besetzt sein. Tatsache ist, dass die Thüringer Krankenhäuser in den letzten zwei Jahren das Hygienepersonal (Krankenhaushygieniker, Hygienefachkräfte und Ärzte, die mit der Hygiene-Überwachung beauftragt sind) erheblich aufgestockt haben. Die von „Plusminus“ gemeldeten Zahlen von unbesetzten Hygienepersonalstellen im Jahr 2014 bilden somit keineswegs die Realität im Jahr 2017 ab. „Damit wird die Bevölkerung unnötig verunsichert“, so Rainer Poniewaß, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen.

Gerade im Freistaat Thüringen wurden besondere Maßnahmen zur Verminderung von Hygienerisiken ergriffen, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen. Beispielsweise sei hier das „Alertsnet“ genannt, das landesweite Netzwerk zur Erfassung und Analyse von Krankenhausinfektionen und Antibiotika-Resistenzen. In Thüringen werden, bundesweit einmalig, Patientendaten zusammengeführt und analysiert, bei denen krankheitsauslösende Keime im Blut nachgewiesen worden sind. „Damit werden gezielt Schritte zur Infektionsprävention und zu einer verbesserten Diagnostik möglich“, so Poniewaß. Am Alertsnet nehmen aktuell 36 Krankenhäuser und Rehaeinrichtungen sowie 18 Labore teil.

Zur Abdeckung des Bedarfs an Hygienepersonal unternimmt die Landesärztekammer Thüringen seit Jahren große Anstrengungen, um entsprechend ausreichend qualifizierte Krankenhaushygieniker und hygienebeauftragte Ärzte zusätzlich auszubilden. In Thüringen sind nach ihrer Auskunft derzeit 50 Ärzte tätig, die die entsprechende Qualifikation aufweisen. 24 Ärzte haben die strukturierte curriculare Fortbildung "Krankenhaushygiene" abgeschlossen und 12 Ärzte befinden sich noch in der Fortbildung zum Krankenhaushygieniker. Darüber hinaus haben 314 Thüringer Ärztinnen und Ärzte seit 2012 die Qualifikation „Hygienebeauftragter Arzt“ bei der Landesärztekammer erworben.

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